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Kindle Fire vs. iPad 2

Nachdem Apple mit dem iPad eine für viele Mitbewerber vollkommen überraschende Erfolgsgeschichte hinlegen konnte, zogen mit der Zeit so gut wie alle wichtigen Elektronikhersteller mit eigenen Tablets nach. Manchmal mehr, oft aber eher weniger Erfolgreich wirken viele der meist mit Android bestückten Konkurrenztablets wie Klone aus einer Tablet-Schablone. Jetzt allerdings greift auch Amazon als weltgrößtes Onlineversandhaus in den Tablet-Markt ein und präsentiert mit dem Kindle Fire ein erstaunlich eigenständiges Gerät zu einem ansprechend niedrigen Preis.

Kindle Fire zum Kampfpreis von Amazon

Nur 199 US-Dollar soll das Kindle Fire, Amazons Tablet-Erstling, in den USA kosten. Der Deutsche Preis dürfte voraussichtlich ebenfalls bei 199€ liegen (Eventuell lässt sich hier mit einem Amazon Gutschein noch etwas Geld sparen). Eine gewisse Quersubventionierung ist hier von Amazon allerdings bereits einkalkuliert, die Produktionskosten liegen gerüchteweise um bis zu 50 Dollar über dem Verkaufspreis. Trotz des geringen Preises bietet das Kindle Fire allerdings einige nicht uninteressante technische Daten: Als Rechenwerk dient ein Doppelkern-ARM von Texas Instruments der es zumindest bei der reinen Rechenleistung mit der A5-CPU des iPad 2 aufnehmen kann. Die Grafikeinheit dürfte indes beim Kindle Fire etwas schwächer ausfallen als bei Apples Marktführer-Tablet. Amazon entschied sich für ein 7 Zoll großes Display im 16:9 Format. Multitouch wird unterstützt, die Bildqualität ist hervorragend. Die Auflösung fällt mit 1024 x 600 Bildpunkten recht hoch aus, dafür wirkt das Fire im direkten Vergleich mit dem iPad2 deutlich kleiner. Die geringeren Ausmaße machen sich allerdings auch im Gewicht bemerkbar. Nur 415 Gramm wiegt das Kindle Fire, das iPad2 bringt etwa 600 Gramm auf die Waage. Beim Massenspeicher hingegen geizt Amazon, das Kindle Fire verfügt über nur 8 Gigabyte Speicherkapazität die sich zudem weder per USB noch via SD-Karten erweitern lassen. Das funktioniert beim iPad zwar auch nicht, hier ist aber selbst die kleinste Version bereits mit 16 Gigabyte bestückt. Amazon wirbt hingegen mit dem hauseigenen Cloudspeicher, oft genutzte Daten sollen der Nutzer auf Amazons Servern lagern und nicht permanent mit sich herumtragen.

Kindle Fire: Optimiert für Amazon-Produkte

Das Kindle Fire dient fast ausschließlich zum Medienkonsum und bietet daher in erster Linie Zugriff auf Amazons Vertriebskanäle für Musik, Filme, eBooks und Apps. Das zugrundeliegende Android-Betriebssystem lässt sich vom Anwender weder selbst konfigurieren noch sind Googles Standardapps vorinstalliert. Einzig Amazons Shop-Apps zieren den Desktop des Kindle Fire – Amazon zeigt hier recht klar, was vom Kunden erwartet wird. Das Kindle Fire ist ein Distributionskanal für Amazon, wird subventioniert angeboten und soll Geld durch den Erwerb von Büchern, Musik und Filmen einspielen. Auch der Zugriff zu Googles App-Marktplatz fehlt dem Kindle Fire, so dass Anwendungen nur über Amazons eigenen und leider deutlich unübersichtlicheren und schwächer bestückten Marktplatz geladen werden können. Anwendungen für eMails, Termine, Wetterberichte fehlen serienmäßig und müssen nachträglich installiert werden. Dafür ist natürlich Amazons Kindle-Reader für die hauseigenen Kindle-eBooks vorinstalliert. Ebenfalls mit an Bord sind Apps für Amazons Film- und Seriendienst, Amazons Musikservice und die Clouddienste von Amazon.

Preis vs. Leistung & Funktionsumfang

Vielen Anwendern mag der serienmäßig doch etwas eingeschränkte Funktionsumfang des Kindle Fire ausreichen. Wer aber ein vollwertig bestücktes Tablet für den Alltag sucht dürfte sich über die recht spartanische App-Ausstattung ärgern, Apples iPad bietet hier deutlich mehr. Zudem fehlen dem Kindle Fire sowohl Kamera als auch Mikrofon, Video- oder Sprachchats sind so überhaupt nicht möglich. Für 199 Euro bietet Amazon daher zwar ein technisch nicht schlechtes aber im Funktionsumfang eher eingeschränktes Tablet als weiteren Vermarktungsweg der eigenen Webservices an. eBooks lesen sich allerdings auf einem Kindle eBook-Reader deutlich angenehmer.

1 Comment

  1. Simon sagt:

    Beim Fire bin ich skeptisch. Aber der Artikel ist toll :) .

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